Leute, ihr wollt Macht? Geht wählen! 
Wählen, auswählen, neuwählen, erstwählen, stammwählen, abwählen…

Am 7. Juni ist Urnengang in dieser Stadt. Ein unsägliches Wort für eines der elektrisierendsten Ereignisse des Jahres. Urnengang: das klingt nach Ende und Abgang. Aber weit gefehlt: Das politische Leben sprüht Funken, die Masse vibriert wie lange nicht, ein Kandidaten-Spektakel folgt dem anderen. Spaziergänger könnten mit Liqueur verführt werden, freie Radikale sind so heiß begehrt wie sonst verpöhnt und man fragt sich, wer hier der Antioxidant sein wird. Vielleicht kommt er von der Stange, vielleicht aber auch von freien Liberalen.

Warum ist der erste Wahlgang, also der 7. Juni, so immens wichtig?
Weil hier das höchste Maß an demokratischer Wohlausgewogenheit gegeben ist. Denn Sieger kann nur sein, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen (siehe oben) Stimmen für sich verbuchen kann. Eine gute Demokratie ist auch eine Frage von Harmonie. Wird ein zweiter Wahlgang nötig, weil niemand mehr als 50% der Stimmen für sich gewinnen konnte, wird das demokratische Spiel radikaler und dissonanter: hier zählt nur noch, wer mehr hat als der andere. Um die Harmonie zu fördern, gilt folgender Schlachtplan: die Schlagkraft im zweiten Wahlgang erhöht sich proportional mit der Beteiligung der Wahlberechtigten und mit der Abgabe gültiger Stimmzettel. Auch wenn dem Kandidaten die einfache Mehrheit (eben auch weniger als die Hälfte Stimmen) zum Sieg reicht, so ist es doch umso ergreifender, erbaulicher, harmonisierender, vertrauenswürdiger, schöner, größer, weiter, je mehr Stimmen es sind. Harmonie im politischen Gebälk! Also schonmal vorsorglich im Kalender blocken: 5. Juli 2015, TO DO: zweiter Wahlgang. Der schlimmstmögliche, nervigste, verdrießlichste, einfach blödeste Fall wäre hier die Stimmengleichheit. Denn dann entscheidet nur noch das Los. Das führt immer zu einem Ergebnis, aber der Sieger bliebe dann ein zufälliger, dem Topf entloster armer Oberbürgermeister, der es nicht leicht haben wird, angesichts des Zufalls seines Amtseintrittes.

Und nun zu den Spielregeln für dieses historische Ereignis:

  • es zählt nur der gültige Wahlzettel. Der Wahlzettel darf nichts enthalten, außer Deinem Kreuz im vorgegebenen Kreis. Kein Gekritzel, keine Kommentare, kein “Verzeih, ich hab’ Dich trotzdem lieb” an den Gegner, keine Parolen, keine Bildersprache (außer das Kreuz, das muss gezeichnet werden), keine Emoticons, keine Liebesbriefe…ein Blatt, ein Kreuz, fertig…
  • du kannst auch vor dem 7. Juni in den Urlaub fahren und das Gemetzel auswärts genießen, wenn Du die Briefwahl genutzt hast. Das geht so:
    online Wahlunterlagen bestellen https://www.wahlschein.de/IWS/start.do?mb=14612000 (für einen etwaigen zweiten Wahlgang ist kein zweiter Antrag notwendig. WICHTIG: Die Briefwahlunterlagen müssen spätestens am 7. Juni 2015, 18 Uhr im Rathaus, Dr.-Külz-Ring 19, eingegangen sein! Nutzt Du die Post, ist das kostenfrei. Bedenke jedoch die Zustellzeit.
  • oder gleich im Rathaus wählen: Briefwahlbüro, Theaterstraße 11-15, Raum 100 (Bürgersaal), 01067 Dresden, barrierefreier Zugang über Theaterstraße 13,
    Öffnungszeiten: 22.05.2015 bis 05.06.2015, Mo bis Fr 09:00 – 18:00 Uhr (außer feiertags)
    Telefonnummer 0351-4881120

Macht Dich also bereit! Du hast die Macht für sieben Jahre.

Dein Kreuz. Dein OB. Dein Dresden.